Omega-3 und Herzfunktion: Was die Wissenschaft sagt

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Lesezeit: 12 Min.

Das Herz und seine normale Funktion beschäftigen viele Menschen, die auf ihre Ernährung achten. Omega-3-Fettsäuren — insbesondere EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) aus marinen Quellen — gehören zu den am intensivsten erforschten Nährstoffen in der Ernährungswissenschaft. In diesem Artikel ordnen wir ein, was der zugelassene EFSA Health Claim zur normalen Herzfunktion aussagt und was einzelne Studien berichten — sachlich, ohne Heil- oder Schutzversprechen. Der Beitrag dient der Information und ist keine medizinische Beratung.

TL;DR — Das Wichtigste in Kürze

Der EFSA Health Claim: Normale Herzfunktion

Die EFSA hat auf Basis umfangreicher Evidenzprüfungen folgenden Health Claim für Omega-3-Fettsäuren zugelassen: EPA und DHA tragen zur normalen Herzfunktion bei. Dieser Claim gilt ab einer Mindestdosis von 250 mg EPA+DHA pro Tag. Das entspricht in etwa dem, was in einer Portion fettem Fisch (z. B. Lachs oder Makrele, 100–150 g) enthalten ist.

EFSA Health Claim: Herzfunktion

Laut EFSA tragen EPA und DHA zur normalen Herzfunktion bei. Zugelassene Mindestdosis: 250 mg EPA+DHA pro Tag. Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel dürfen diesen Claim tragen, wenn sie mindestens 250 mg EPA+DHA pro Tagesportion enthalten. (EU-Verordnung Nr. 432/2012)

Wichtig zu verstehen: Ein Health Claim beschreibt eine physiologisch normale Funktion — er ist kein therapeutischer Anspruch. "Normale Herzfunktion" bedeutet, dass ausreichend EPA und DHA vorhanden sein sollten, damit das Herz seine normalen Aufgaben erfüllen kann. Wer wenig Fisch isst, kann seinen Bedarf durch hochwertige Fischöl- oder Algenöl-Präparate decken.

Die REDUCE-IT Studie: ein Arzneimittel-Kontext

Wichtige Einordnung: REDUCE-IT untersuchte kein frei verkäufliches Nahrungsergänzungsmittel, sondern ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel (Icosapent-Ethyl, Handelsname Vascepa) in hoher Dosierung an ausgewählten Hochrisikopatienten. Die im Folgenden berichteten Studienergebnisse sind Wissenschaftsberichterstattung und stellen keine Aussage darüber dar, dass ein Omega-3-Nahrungsergänzungsmittel Krankheiten vorbeugt, behandelt oder das persönliche Erkrankungsrisiko senkt.

Kaum eine Omega-3-Studie hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit erhalten wie die REDUCE-IT-Studie (Reduction of Cardiovascular Events with Icosapent Ethyl–Intervention Trial). Diese doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie wurde 2019 im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Studiendesign und Teilnehmer

In REDUCE-IT wurden 8.179 Patienten über einen medianen Zeitraum von 4,9 Jahren untersucht. Einschlusskriterien: Alle Teilnehmer hatten erhöhte Triglyceridspiegel (135–499 mg/dL) trotz Statin-Therapie und entweder eine etablierte Herz-Kreislauf-Erkrankung oder mindestens einen weiteren Risikofaktor (z. B. Diabetes mellitus plus mindestens einen weiteren Risikofaktor). Die Hälfte der Patienten erhielt täglich 4 g Icosapent-Ethyl (hochgereinigtes EPA-Ethylester), die andere Hälfte ein Placebo (Mineralöl).

Ergebnisse: 25 % Reduktion kardiovaskulärer Endpunkte

Das Ergebnis war bemerkenswert: Die Behandlungsgruppe zeigte eine Reduktion des primären Endpunkts (kombinierter kardiovaskulärer Endpunkt) um 25 % gegenüber Placebo (Hazard Ratio 0,75; 95 % CI 0,68–0,83; p < 0,001). Der primäre Endpunkt umfasste nicht-tödlichen Myokardinfarkt, nicht-tödlichen Schlaganfall, kardiovaskulären Tod, koronare Revaskularisierung und instabile Angina pectoris.

Weitere wichtige Ergebnisse aus REDUCE-IT:

RCT New England Journal of Medicine, 2019

REDUCE-IT: Kardiovaskuläre Endpunkte unter Icosapent-Ethyl (4 g/Tag EPA)

Doppelblinde, randomisierte Studie mit 8.179 Patienten über 4,9 Jahre. Die Gabe von 4 g/Tag reinem EPA zeigte eine Reduktion primärer kardiovaskulärer Endpunkte um 25 % (HR 0,75; 95 % CI 0,68–0,83; p < 0,001). Kardiovaskulärer Tod sank von 5,2 % auf 4,3 %. NNT (Number Needed to Treat) über 4,9 Jahre: 21 Patienten.

Bhatt DL et al. — PMID 30415628

REDUCE-IT hat eine wichtige Debatte ausgelöst: Ein Teil der Wissenschaftsgemeinde diskutiert, ob der Mineralöl-Placebo in der Kontrollgruppe möglicherweise negative Effekte hatte und damit den Unterschied zwischen den Gruppen künstlich vergrößert haben könnte. Dieser Punkt ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt.

Die FDA hat Icosapent-Ethyl (Vascepa) auf Basis von REDUCE-IT dennoch als erstes Omega-3-Präparat zur Risikoreduktion kardiovaskulärer Ereignisse zugelassen.

Meta-Analyse mit 127.477 Teilnehmern: Dosis-Wirkungs-Zusammenhang

Während REDUCE-IT eine Hochrisiko-Population untersuchte, liefert eine groß angelegte Meta-Analyse von Hu et al. (JAHA 2019) ein breiteres Bild. Die Autoren — Yu Hu, Frank B. Hu und JoAnn E. Manson von der Harvard T.H. Chan School of Public Health — werteten 13 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 127.477 Teilnehmern aus.

Zentrales Ergebnis: Dosis-Wirkungs-Beziehung

Die Meta-Analyse ergab, dass marine Omega-3-Supplementation das Risiko für mehrere kardiovaskuläre Endpunkte signifikant senkte:

Besonders relevant: Die Analyse zeigte einen Dosis-Wirkungs-Zusammenhang — höhere Omega-3-Dosierungen waren mit stärkerer Risikoreduktion assoziiert. Eine Erhöhung der Omega-3-Dosis um 1 g/Tag war mit einer signifikanten Reduktion des Myokardinfarkt-Risikos verbunden.

Meta-Analyse Journal of the American Heart Association, 2019

Kardiovaskuläres Risiko: 13 randomisierte Studien mit 127.477 Teilnehmern

Marine Omega-3-Supplementation senkte das Risiko für Myokardinfarkt (RR 0,92; 95 % CI 0,86–0,98), koronaren Herztod (RR 0,92; 95 % CI 0,86–0,98) und Gesamt-CVD-Ereignisse signifikant. Es wurde ein Dosis-Wirkungs-Zusammenhang beobachtet: höhere Omega-3-Dosen zeigten stärkere Risikoreduktion. Je 1 g/Tag zusätzliche Omega-3-Zufuhr: signifikant reduziertes Myokardinfarkt-Risiko.

Hu Y, Hu FB, Manson JE — PMID 31567003

Einordnung: Die Studienlage zu marinen Omega-3-Fettsäuren und kardiovaskulären Endpunkten ist uneinheitlich. Einzelne große randomisierte Studien fanden keinen signifikanten Vorteil, während Meta-Analysen wie die hier beschriebene Effekte berichteten. Solche Studienergebnisse gelten für die jeweils untersuchten Populationen und Dosierungen und lassen keinen allgemeinen Rückschluss zu, dass ein Nahrungsergänzungsmittel das persönliche Herz-Kreislauf-Risiko senkt. Die einzige zugelassene gesundheitsbezogene Aussage zum Herzen bleibt der EFSA-Claim zur normalen Herzfunktion.

Mechanismen: Wie wirkt Omega-3 auf das Herz-Kreislauf-System?

Die kardiovaskulären Effekte von EPA und DHA werden auf verschiedene Mechanismen zurückgeführt, die in zahlreichen experimentellen und klinischen Studien untersucht wurden:

Triglycerid-senkende Wirkung

EPA und DHA hemmen die hepatische VLDL-Synthese und steigern die beta-Oxidation von Fettsäuren in der Leber. Bei Dosierungen ab 2 g/Tag EPA+DHA werden in Studien signifikante Triglyceridsenkungen beobachtet. Bei 4 g/Tag zeigen Studien Senkungen von über 30 % (mehr dazu im Artikel Triglyceride senken mit Omega-3).

Entzündungsmodulation

EPA und DHA dienen als Vorstufen anti-inflammatorischer Lipidmediatoren (Resolvine, Protectine, Maresine). Sie verdrängen zudem Arachidonsäure (AA) aus Zellmembranen, was die Bildung pro-inflammatorischer Prostaglandine und Leukotriene reduziert. Chronische Entzündung gilt als Schlüsselfaktor bei der Entstehung und Progression atherosklerotischer Plaques.

Blutdruckeffekte

In Untersuchungen werden vasodilatatorische Effekte von EPA und DHA sowie ein möglicher Einfluss auf die Endothelfunktion beschrieben. Für den Blutdruck existiert ein separater EFSA Health Claim ("EPA und DHA tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei"), der an eine deutlich höhere Aufnahme von 3.000 mg EPA+DHA pro Tag gebunden ist und sich auf die Erhaltung eines normalen Blutdrucks bezieht — nicht auf die Behandlung von Bluthochdruck (mehr dazu im Artikel Omega-3 und normaler Blutdruck).

Einfluss auf die elektrische Stabilität des Herzens

In experimentellen Untersuchungen wird beschrieben, dass EPA und DHA kardiale Ionenkanäle (insbesondere Natriumkanäle) beeinflussen können. Dieser Mechanismus wird in der Fachliteratur als einer von mehreren möglichen Erklärungsansätzen für Beobachtungen aus der REDUCE-IT-Arzneimittelstudie diskutiert. Es handelt sich um Forschungshypothesen, nicht um einen zugelassenen Wirknachweis.

Effekte auf Blutplättchen und Thromboserisiko

EPA und DHA können die Thrombozytenaggregation modulieren und die Bildung thrombogener Thromboxane (Thromboxan A2) reduzieren, während sie die Bildung von Prostacyclin (vasodilatatorisch, antiaggregatorisch) begünstigen. Dies kann theoretisch das Risiko für thrombotische Ereignisse beeinflussen.

Übersicht: Omega-3-Dosierungen, EFSA Health Claims und Studienkontext

Dosierung EPA+DHA/Tag EFSA-Status Studienergebnisse Anmerkung
250 mg Health Claim Normale Herzfunktion EFSA-zugelassener Minimalwert
500–1.000 mg Kein eigener EFSA-Claim Allgemeine Zufuhrempfehlung Empfehlung für allgemeine Bevölkerung (DGE, AHA)
2.000 mg Health Claim Normale Triglyceridwerte (separater EFSA-Claim) EFSA-Claim Triglyceride ab 2.000 mg
3.000 mg Health Claim Normaler Blutdruck (separater EFSA-Claim) EFSA-Claim Blutdruck ab 3.000 mg
4.000 mg (EPA) Arzneimittel Verschreibungspflichtiges EPA-Arzneimittel (REDUCE-IT); kein Nahrungsergänzungsmittel Nur unter ärztlicher Aufsicht bei Hochrisikopatienten

Für wen ist eine gute Omega-3-Versorgung ein Thema?

Ob eine zusätzliche Zufuhr sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation ab und gehört bei bestehenden Erkrankungen in ärztliche Hand. Die folgenden Punkte fassen zusammen, in welchen Zusammenhängen Omega-3 in der Forschung besonders untersucht wird:

Menschen, die auf ihre Blutfettwerte achten

Für die Aufrechterhaltung normaler Triglyceridwerte gibt es einen separaten EFSA Health Claim, der an eine Aufnahme von 2.000 mg EPA+DHA pro Tag gebunden ist. Details dazu im Artikel Triglyceride und Omega-3. Bei bestehenden Fettstoffwechselstörungen entscheidet der Arzt über die geeignete Vorgehensweise.

Menschen unter ärztlicher Betreuung

Interventionsstudien wie REDUCE-IT wurden gezielt bei ausgewählten Patientengruppen mit einem hochdosierten Arzneimittel durchgeführt. Diese Ergebnisse betreffen den medizinisch-therapeutischen Bereich und lassen sich nicht auf frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel oder die allgemeine Bevölkerung übertragen. Über Maßnahmen bei bestehendem kardiovaskulärem Risiko entscheidet ausschließlich die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

Menschen mit niedriger Fischzufuhr

Der Omega-3-Index (Anteil von EPA+DHA an den Erythrozyten-Fettsäuren) wird in der Forschung als Langzeitbiomarker der Versorgung genutzt. Menschen, die wenig Fisch essen, haben häufig niedrige Messwerte und können ihre Zufuhr über fetten Fisch oder Präparate ergänzen, um zu einer normalen Versorgung beizutragen. Auch sportlich aktive Menschen achten häufig auf einen guten Omega-3-Status; EPA und DHA werden in diesem Zusammenhang etwa im Kontext der Regeneration nach dem Training untersucht.

Was Ernährungsleitlinien zur Zufuhr sagen

Ernährungsgesellschaften geben Orientierung zur allgemeinen Zufuhr. Die American Heart Association (AHA) empfiehlt der allgemeinen Bevölkerung etwa zweimal pro Woche fetten Fisch. Verschreibungspflichtige, hochdosierte Omega-3-Arzneimittel sind dagegen medizinischen Indikationen vorbehalten und werden ärztlich verordnet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 250–300 mg EPA+DHA sowie ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche.

Fischöl vs. Algenöl: Macht die Quelle einen Unterschied?

Sowohl Fischöl als auch Algenöl liefern EPA und DHA. Fisch enthält diese Fettsäuren, weil er Algen und Kleinstlebewesen frisst — Algenöl ist damit die direkte, vegane Quelle.

Für die Versorgung ist die Bioverfügbarkeit von Bedeutung: Omega-3 in Triglycerid-Form (TG-Form, wie in hochwertigem Fischöl und Algenöl üblich) zeigt in Studien eine tendenziell bessere Bioverfügbarkeit als Ethylester-Form. REDUCE-IT verwendete Icosapent-Ethyl in Ethylester-Form — dennoch waren die Ergebnisse deutlich. Für eine ausführliche Bewertung empfiehlt sich unser Artikel zur Omega-3-Qualität.

Praxistipps zur optimalen Aufnahme

Damit EPA und DHA gut vom Körper aufgenommen werden, gibt es einige praktische Hinweise:

Mit einer fetthaltigen Mahlzeit einnehmen

Die Bioverfügbarkeit von Omega-3 steigt deutlich, wenn es zusammen mit einer Mahlzeit mit natürlichem Fettgehalt eingenommen wird. Studien zeigen eine um 50–70 % höhere Absorption im Vergleich zur Nüchterneinnahme.

Auf Oxidationsschutz achten

Ranzige Omega-3-Präparate liefern oxidierte Fettsäuren, die kontraproduktiv sein können. Ein frischer, neutraler Geruch und die Anwesenheit von Tocopherolen (Vitamin E) als Antioxidans sind Qualitätsindikatoren. Ein kurzer Geruchstest durch Öffnen der Kapsel kann helfen.

Regelmäßigkeit ist entscheidend

Ein stabiler Omega-3-Status baut sich in Studien erst bei kontinuierlicher Zufuhr über Monate auf; eine sporadische Einnahme verändert den Omega-3-Index kaum messbar. Wie viel Omega-3 pro Tag sinnvoll ist, erklärt unser Artikel zur Omega-3-Dosierung ausführlich.

Häufige Fragen

Was besagt der EFSA Health Claim zu 250 mg EPA+DHA pro Tag?

Die EFSA hat den Health Claim "EPA und DHA tragen zur normalen Herzfunktion bei" ab einer Aufnahme von 250 mg EPA+DHA pro Tag zugelassen (EU-Verordnung Nr. 432/2012). Dieser Claim beschreibt die Erhaltung einer normalen physiologischen Funktion und ist keine Aussage zur Vorbeugung oder Behandlung von Erkrankungen. Klinische Interventionsstudien wie REDUCE-IT setzten mit hochdosiertem, verschreibungspflichtigem EPA (bis 4 g/Tag) deutlich höhere Mengen ein und lassen sich nicht auf Nahrungsergänzungsmittel übertragen. Fragen zur individuellen Zufuhr besprichst du am besten mit deinem Arzt.

Ist Omega-3 ein Ersatz für cholesterinsenkende Medikamente?

Nein. Omega-3-Fettsäuren haben keinen relevanten Einfluss auf LDL-Cholesterin und sind kein Ersatz für Statine oder andere lipidsenkende Medikamente. Sie ergänzen eine medikamentöse Therapie — wie in REDUCE-IT, wo alle Teilnehmer bereits Statine einnahmen. Eine Änderung einer laufenden Medikation darf nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen.

Welche Omega-3-Dosierung wurde in REDUCE-IT eingesetzt?

In REDUCE-IT wurde reines EPA (Icosapent-Ethyl) in einer Dosierung von 4 g pro Tag eingesetzt — aufgeteilt in zwei Dosen zu je 2 g morgens und abends. Es handelte sich um hochgereinigtes EPA ohne DHA-Anteil, in Ethylester-Form. Diese Dosierung ist deutlich höher als die im normalen Alltag übliche Supplementierung und sollte nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Gilt REDUCE-IT auch für Menschen ohne Herzerkrankung?

REDUCE-IT untersuchte ausschließlich Hochrisikopatienten (bestehende CVD oder Diabetes plus weitere Risikofaktoren, erhöhte Triglyceride trotz Statinen). Die Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf die allgemeine Bevölkerung übertragen. Für die Primärprävention bei ansonsten gesunden Menschen empfiehlt die EFSA den Basis-Claim ab 250 mg EPA+DHA täglich zur Unterstützung der normalen Herzfunktion.

Gibt es einen Omega-3-Test, um den eigenen Status zu kennen?

Ja. Der sogenannte Omega-3-Index misst den EPA+DHA-Anteil in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten-Membranen) und wird in der Forschung als Langzeitbiomarker verwendet. In Beobachtungsstudien werden Werte unter 4 % als niedrig eingeordnet, Werte über 8 % als hoch; ein solcher Index ist ein Messwert und keine Diagnose. Einige Anbieter (z. B. OmegaQuant, Zinzino BalanceTest) bieten Heimtest-Kits an. Dein Arzt kann den Test auch im Labor anordnen und die Werte einordnen.

Wichtiger Hinweis zur Blutungszeit

Hochdosierte Omega-3-Präparate (ab ca. 3 g/Tag) können die Blutungszeit verlängern. Bei gleichzeitiger Einnahme von Gerinnungshemmern (Marcumar, NOAK) oder vor geplanten Operationen unbedingt den Arzt informieren. Die FDA-Tageshöchstdosis für Nahrungsergänzungsmittel liegt bei 3 g/Tag; höhere Dosierungen sollten nur ärztlich verordnet erfolgen.

Weiterführende Artikel

Zum Themenfeld Herz und Kreislauf gibt es zwei weitere EFSA Health Claims mit eigenen Dosisbedingungen. Die relevantesten weiterführenden Artikel:

Medizinischer Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die einzige gesundheitsbezogene Aussage zum Herzen, die für Omega-3 zugelassen ist, ist der EFSA Health Claim "EPA und DHA tragen zur normalen Herzfunktion bei" (ab 250 mg EPA+DHA pro Tag). Genannte Studien dienen der wissenschaftlichen Einordnung; sie sind keine Aussage darüber, dass Omega-3-Nahrungsergänzungsmittel Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen, behandeln oder heilen oder das persönliche Erkrankungsrisiko senken. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensweise. Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bestehendem Medikamentenplan sollten jede Supplementierung vorab mit ihrem Arzt besprechen und laufende Medikamente nicht eigenmächtig verändern.