Du stehst vor dem Regal oder einem Online-Shop und siehst sie alle nebeneinander: Fischöl-Kapseln, Krillöl-Kapseln, Algenöl-Kapseln. Alle versprechen eine optimale Omega-3-Versorgung, alle enthalten EPA und DHA — und doch unterscheiden sie sich erheblich in Preis, Herkunft, Bioverfügbarkeit, Nachhaltigkeit und Eignung. Welche Quelle ist die richtige für dich? Dieser Artikel liefert dir den wissenschaftlich fundierten Überblick, den du brauchst, um eine informierte Entscheidung zu treffen — ohne Werbeversprechen, dafür mit konkreten Daten und klaren Empfehlungen für verschiedene Lebenssituationen.
TL;DR — Das Wichtigste in Kürze
- Fischöl ist das am besten erforschte Omega-3-Supplement mit dem besten EPA/DHA-Preis-Leistungs-Verhältnis — entscheidend sind Triglyzeridform und niedriger TOTOX-Wert.
- Krillöl enthält Omega-3 als Phospholipide und Astaxanthin, liefert aber weniger EPA+DHA pro Kapsel bei deutlich höherem Preis.
- Algenöl ist die einzige vegane Quelle für direkt verfügbares EPA und DHA, nachhaltig produziert und ohne Schwermetallrisiko — ideal für Veganer, Vegetarier und Schwangere.
- Die Herkunft der Omega-3-Fettsäuren spielt eine zentrale Rolle: Form, Qualität und Nachhaltigkeit entscheiden über Wirksamkeit und Verträglichkeit.
Warum die Quelle der Omega-3-Fettsäuren entscheidend ist
Nicht alle Omega-3-Supplement-Quellen sind gleich. Obwohl Fischöl, Krillöl und Algenöl alle EPA und DHA liefern, unterscheiden sie sich in einem wesentlichen Punkt: der molekularen Form, in der diese Fettsäuren vorliegen. Diese Form beeinflusst, wie gut der Körper die Fettsäuren resorbieren und nutzen kann — die sogenannte Bioverfügbarkeit.
In der Natur kommen Omega-3-Fettsäuren hauptsächlich als Triglyzeride (TG) vor — drei Fettsäureketten, die an ein Glycerinmolekül gebunden sind. Diese natürliche Form findet sich in frischem Fisch und in nativen Fischölen. Bei der Verarbeitung zu konzentriertem Fischöl wird häufig eine synthetische Umesterung vorgenommen, die Omega-3-Fettsäuren als Ethylester (EE) liefert. Krillöl hingegen enthält Omega-3-Fettsäuren zum großen Teil als Phospholipide — eine Form, die natürlich in Zellmembranen vorkommt. Algenöl liegt in der Regel als Triglyzerid vor.
Jede dieser Formen hat Vor- und Nachteile, die sich direkt auf die Wirksamkeit, die Verträglichkeit und den Preis des Supplements auswirken. Darüber hinaus spielen Nachhaltigkeit, Schadstoffbelastung und individuelle Ernährungsweise eine wichtige Rolle bei der Wahl des richtigen Produkts. Ein tiefergehender Überblick über alle Qualitätskriterien findet sich im Artikel Was macht ein gutes Omega-3-Öl aus?.
Fischöl — Das Referenzprodukt mit der breitesten Datenbasis
Fischöl ist mit Abstand das am intensivsten erforschte Omega-3-Supplement. Die überwiegende Mehrheit der klinischen Studien, die positive Effekte auf Herzgesundheit, Blutfette, Entzündungsmarker und kognitive Funktion belegen, wurde mit Fischöl durchgeführt. Schon allein deshalb ist Fischöl die Benchmark, an der sich alle anderen Quellen messen müssen.
Herstellung und Zusammensetzung
Fischöl wird aus dem Körperöl fetter Meeresfische gewonnen — vor allem aus Sardellen (Anchovies), Makrelen, Sardinen und Heringen. Diese Fischarten stehen am unteren Ende der marinen Nahrungskette, was bedeutet, dass sie in der Regel weniger Schwermetalle und andere Schadstoffe angereichert haben als größere Raubfische wie Thunfisch oder Lachs. Das Rohöl wird anschließend destilliert, raffiniert und zum Teil konzentriert, um die EPA- und DHA-Gehalte zu erhöhen.
Typische Fischöl-Kapseln enthalten 300–600 mg EPA+DHA pro Kapsel, hochdosierte Produkte können auch bis zu 800 mg oder mehr liefern. Das Verhältnis von EPA zu DHA variiert je nach Fischquelle und Konzentration, liegt aber häufig zwischen 1,5:1 und 3:1 zugunsten von EPA.
Triglyzeridform vs. Ethylesterform — ein wichtiger Unterschied
Bei der Auswahl eines Fischöls ist die molekulare Form der Omega-3-Fettsäuren von entscheidender Bedeutung. Natürliches Fischöl liegt in der Triglyzeridform (TG) vor. Diese wird vom Körper gut aufgenommen, weil dieselben Verdauungsenzyme verwendet werden, die auch normale Nahrungsfette verarbeiten.
Viele günstige Fischöle auf dem Markt sind hingegen als Ethylester (EE) formuliert. Diese synthetische Form entsteht bei der Aufkonzentrierung von EPA und DHA und ist kostengünstiger herzustellen. Mehrere Bioverfügbarkeitsstudien zeigen jedoch, dass Triglyzerid-Fischöl besser resorbiert wird als Ethylester-Fischöl — insbesondere bei magerer Mahlzeit. Eine Studie im Prostaglandins, Leukotrienes and Essential Fatty Acids Journal (PMID: 20638827) zeigte eine um bis zu 70 % höhere Bioverfügbarkeit des TG-Öls im Vergleich zur EE-Form unter nüchternen Bedingungen. Ein weiterer Vorteil der TG-Form: Sie oxidiert langsamer, was die Haltbarkeit und den Geschmack verbessert.
Wie erkennst du die Darreichungsform?
Auf guten Fischöl-Produkten steht explizit "rTG" (re-esterifiziertes Triglyzerid) oder "native Triglyzeridform". Steht nichts Genaues dabei oder nur "konzentriertes Fischöl", handelt es sich meist um Ethylester. Produkte mit IKOS- oder EPAX-Zertifizierung sind meistens in hochwertiger TG-Form.
TOTOX-Wert — der Frischeindikator für Fischöl
Omega-3-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren und damit anfällig für Oxidation. Oxidiertes Fischöl riecht stark fischig, schmeckt ranzig und kann in hohen Mengen sogar kontraproduktiv wirken — manche Forschungsgruppen diskutieren, ob stark oxidiertes Fischöl entzündungsfördernde Effekte haben kann.
Der TOTOX-Wert (Total Oxidation Value) ist der wichtigste Qualitätsindikator für Fischöl. Er berechnet sich aus der Peroxidzahl (PV, primäre Oxidationsprodukte) und der Anisidinzahl (AV, sekundäre Oxidationsprodukte): TOTOX = 2 × PV + AV. Die Global Organization for EPA and DHA Omega-3s (GOED) empfiehlt einen TOTOX-Wert unter 26 für Fischölprodukte. Hochwertige Produkte liegen oft deutlich darunter, bei 5–15.
Ein Hinweis auf gute Fischölqualität: Das Produkt wird unter Stickstoffatmosphäre abgefüllt, in dunklen Kapseln oder Flacons verkauft und hat eine kurze Haltbarkeitsdauer nach dem Öffnen. Lagerung im Kühlschrank verlängert die Frische deutlich.
Nachhaltigkeit bei Fischöl
Die ökologische Dimension ist beim Kauf von Fischöl nicht zu vernachlässigen. Da die Produktion erhebliche Mengen an Speisefisch verbraucht — für 1 kg Fischöl werden schätzungsweise 5–7 kg Wildfisch benötigt — ist die Herkunft der Rohstoffe wichtig. Zertifizierungen wie MSC (Marine Stewardship Council) oder FOS (Friend of the Sea) bestätigen, dass der verwendete Fisch aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen stammt. Beim Kauf sollte auf diese Siegel geachtet werden.
Typische Probleme: Aufstoßen und Geschmack
Das größte praktische Problem bei Fischöl ist der "fish burp" — das Aufstoßen mit Fischgeschmack, das viele Anwender als unangenehm empfinden. Enteric-coated Kapseln (magensaftresistente Kapseln) können dieses Problem reduzieren, da das Öl erst im Dünndarm freigesetzt wird. Alternativ hilft die Einnahme zum Essen und die Lagerung der Kapseln im Gefrierschrank.
Krillöl — Phospholipid-gebundene Omega-3-Fettsäuren mit Astaxanthin
Krillöl wird aus antarktischem Krill gewonnen — kleinen garnelenähnlichen Krebstieren (Euphasia superba), die das Hauptfutter vieler Meeressäuger und Vögel in der Antarktis bilden. Krillöl hat in den letzten Jahren erhebliche Marketingaufmerksamkeit erhalten, oft mit dem Versprechen überlegener Bioverfügbarkeit und zusätzlicher Anti-Aging-Wirkung durch Astaxanthin.
Phospholipid-Form: Theoretischer Vorteil, unklare Evidenz
Der zentrale Unterschied zwischen Krillöl und Fischöl liegt in der Bindungsform der Omega-3-Fettsäuren: Im Krillöl sind EPA und DHA zu einem wesentlichen Teil (typischerweise 40–60 %) als Phospholipide gebunden — also in derselben Form, in der sie natürlich in Zellmembranen vorkommen. Die Theorie dahinter: Da die Darmschleimhaut und die Zellmembranen selbst phospholipidbasiert sind, könnten Phospholipid-gebundene Omega-3-Fettsäuren effizienter aufgenommen werden.
Einige kleinere Studien zeigen tatsächlich eine bessere Resorption von Krillöl-Omega-3-Fettsäuren im Vergleich zu Ethylester-Fischöl. Wenn man jedoch Krillöl mit hochwertigem Triglyzerid-Fischöl vergleicht, fällt der Bioverfügbarkeitsvorteil deutlich geringer aus oder verschwindet ganz. Eine systematische Übersichtsarbeit im Nutrients-Journal (PMID: 35274448) kommt zu dem Schluss, dass die Evidenz für eine klar überlegene Bioverfügbarkeit von Krillöl im Vergleich zu Triglyzerid-Fischöl derzeit nicht ausreicht.
Astaxanthin — der natürliche Antioxidant
Krillöl enthält als einziges der drei Omega-3-Supplements von Natur aus Astaxanthin — ein Carotinoid, das Krill seine rötlich-orange Farbe verleiht und als starkes Antioxidans gilt. Astaxanthin kann die Oxidation der Omega-3-Fettsäuren im Öl verlangsamen und möglicherweise selbst positive Gesundheitseffekte haben. Allerdings ist die Menge an Astaxanthin in Krillöl-Kapseln (0,1–0,5 mg pro Kapsel) im Vergleich zu dedizierten Astaxanthin-Supplements gering.
EPA/DHA-Gehalt pro Kapsel — deutlich geringer als bei Fischöl
Ein wesentlicher Kritikpunkt an Krillöl ist der vergleichsweise geringe EPA/DHA-Gehalt pro Kapsel. Während ein typisches Fischöl-Supplement 500–1000 mg EPA+DHA pro Kapsel liefert, enthält eine Krillöl-Kapsel oft nur 90–250 mg EPA+DHA. Das bedeutet: Um die EFSA-empfohlenen 250 mg EPA+DHA täglich zu erreichen, sind oft 2–4 Krillöl-Kapseln nötig. Für höhere Dosierungen (2.000–3.000 mg) ist Krillöl aufgrund des geringen Wirkstoffgehalts und des hohen Preises praktisch kaum geeignet.
Nachhaltigkeit: Antarktischer Krill unter Druck?
Antarktischer Krill spielt eine Schlüsselrolle im antarktischen Ökosystem — als Primärnahrung von Walen, Robben, Pinguinen und vielen anderen Tieren. Die Krillbestände gelten zwar derzeit als groß, doch der Klimawandel und die wachsende Nachfrage durch Fischöl-, Krillöl- und Aquakultur-Industrie erhöhen den Druck auf diese Bestände. Einige Umweltschutzorganisationen äußern Bedenken. Die MSC-Zertifizierung für antarktischen Krill und das CCAMLR (Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources) setzen Fangquoten, doch die Nachhaltigkeitsdiskussion ist noch nicht abgeschlossen.
Algenöl — Die vegane Quelle direkt an der Wurzel der Nahrungskette
Algenöl ist aus wissenschaftlicher und ökologischer Sicht das interessanteste der drei Omega-3-Supplements. Der Gedanke dahinter ist bestechend einfach: Da Fische und Krill ihr EPA und DHA aus Mikroalgen beziehen, warum nicht direkt die Algen als Quelle nutzen? Genau das tut Algenöl.
Herkunft und Produktion
Algenöl wird aus gezüchteten Mikroalgen gewonnen — hauptsächlich aus den Gattungen Schizochytrium, Crypthecodinium cohnii und Nannochloropsis. Die Algen werden in kontrollierten Bioreaktoren unter standardisierten Bedingungen kultiviert, ohne Abhängigkeit von Ozeanen oder Fischbeständen. Diese kontrollierte Produktion hat mehrere wichtige Vorteile: kein Schwermetallrisiko durch marine Schadstoffe, keine saisonalen Schwankungen in der Öl-Qualität und eine hervorragende Rückverfolgbarkeit der Inhaltsstoffe.
DHA-reich, EPA variabel — je nach Algenart
Die meisten kommerziellen Algenöle sind primär reich an DHA — Crypthecodinium cohnii-basierte Öle liefern typischerweise 200–400 mg DHA pro Kapsel, aber kaum EPA. Schizochytrium-Öle können sowohl EPA als auch DHA in relevanten Mengen liefern, ebenso wie Nannochloropsis-basierte Produkte, die ein höheres EPA:DHA-Verhältnis aufweisen. Neuere Algenöl-Produkte bieten zunehmend ausgewogene EPA/DHA-Profile und eignen sich damit vollwertig als Fischöl-Alternative für alle Zielgruppen.
Da viele frühere Algenöl-Supplements primär DHA-fokussiert waren, eignen sie sich besonders gut für Zielgruppen mit erhöhtem DHA-Bedarf: Veganer und Vegetarier, Schwangere, Stillende und Menschen, die ihre Gehirn- und Sehgesundheit gezielt unterstützen möchten.
Bioverfügbarkeit: Vergleichbar mit Fischöl
Mehrere kontrollierte Studien haben die Bioverfügbarkeit von DHA aus Algenöl direkt mit der aus Fischöl verglichen — mit erfreulichem Ergebnis für Algenöl. Eine Studie im Journal of the American Dietetic Association (PMID: 18589031) zeigte eine vergleichbare Erhöhung des Plasma-DHA-Spiegels durch Algenöl und Lachsöl. Algenöl liegt in der Regel als Triglyzerid vor, was seine gute Bioverfügbarkeit erklärt.
Nachhaltigkeit und Schwermetallsicherheit
Algenöl punktet bei Nachhaltigkeit auf ganzer Linie: Die Algen werden in geschlossenen Kultursystemen ohne Eingriff in marine Ökosysteme produziert. Da keine Meeresorganismen beteiligt sind, gibt es kein Risiko für die Kontamination mit Schwermetallen wie Quecksilber, Blei oder Cadmium, die in marinen Nahrungsketten angereichert werden können. Algenöl ist außerdem vegan und damit für alle Ernährungsweisen geeignet.
Typischer Preis: Höher als Fischöl, aber gerechtfertigt
Algenöl ist in der Regel teurer als Fischöl und Krillöl — vor allem wegen der aufwendigeren Produktion in Bioreaktoren. Für DHA-reiche Formulierungen mit hochwertigen Zutaten muss man mit einem Preis von 0,50–1,50 € pro 250 mg DHA rechnen. Neuere, kostengünstigere Produktionsverfahren lassen die Preise jedoch sinken, sodass die Preislücke zu Fischöl zunehmend kleiner wird.
Direkter Vergleich: Krillöl vs. Fischöl vs. Algenöl
| Merkmal | Fischöl | Krillöl | Algenöl |
|---|---|---|---|
| Typischer EPA+DHA-Gehalt pro Kapsel | 300–600 mg | 90–250 mg | 200–500 mg (meist DHA-betont) |
| Molekulare Form | Triglyzerid (TG) oder Ethylester (EE) | Phospholipid + Triglyzerid | Triglyzerid |
| Bioverfügbarkeit | Hoch (TG) / Mittel (EE) | Mittel–hoch (kontrovers) | Hoch (vergleichbar mit TG-Fischöl) |
| Nachhaltigkeit | Mittel (MSC/FOS-zertifiziert besser) | Mittel (CCAMLR-Quoten, umstritten) | Sehr hoch (Bioreaktoren, keine Wildfischentnahme) |
| Geeignet für Veganer? | Nein | Nein | Ja |
| Schwermetallrisiko | Gering (nach Destillation/Raffination) | Sehr gering (kurze Nahrungskette) | Kein Risiko (keine marine Quelle) |
| Geschmack / Aufstoßen | Fischig (ohne enteric coating) | Leicht fischig / besser verträglich | Neutral / kein Fischgeschmack |
| Typischer Preis pro 1.000 mg EPA+DHA | 0,20–0,60 € | 1,50–4,00 € | 0,80–2,00 € |
| Antioxidantien im Öl | Ggf. zugesetztes Vitamin E | Astaxanthin (natürlich) | Keins (stabil durch Triglyzeridform) |
| Studiengrundlage | Sehr breit (Hunderte RCTs) | Begrenzt (wenige direkte Vergleiche) | Wachsend (DHA-Bioverfügbarkeitsstudien) |
Welches Omega-3-Supplement ist das richtige für dich?
Die Antwort hängt von deiner individuellen Situation ab. Keine der drei Quellen ist grundsätzlich "besser" — jede hat ihre Stärken und Schwächen. Die folgenden Empfehlungen helfen dir, die richtige Wahl für deine Lebenssituation zu treffen.
Fischöl: Die beste Wahl für die meisten Menschen
Wer kein Veganer oder Vegetarier ist, kein Problem mit tierischen Produkten hat und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, ist mit einem hochwertigen Fischöl in Triglyzeridform am besten beraten. Worauf du achten solltest: TOTOX-Wert unter 26, Triglyzeridform (rTG), MSC- oder FOS-Zertifizierung für nachhaltige Herkunft, und ein Produkt, das unter Stickstoffatmosphäre abgefüllt ist. Mit 2–3 Kapseln täglich lässt sich eine Dosierung von 500–1500 mg EPA+DHA kostengünstig erreichen.
Krillöl: Für Menschen mit spezifischen Präferenzen
Krillöl ist eine sinnvolle Wahl, wenn du den natürlich enthaltenen Antioxidant Astaxanthin schätzt, eine möglicherweise leicht verbesserte Verträglichkeit bevorzugst (weniger Fischaufstoßen) oder dich die Phospholipid-Form aus bestimmten Gründen anspricht. Allerdings solltest du dir bewusst sein, dass du für denselben EPA/DHA-Gehalt deutlich mehr Kapseln und mehr Geld investieren musst als bei Fischöl. Für hochdosierte Omega-3-Protokolle ist Krillöl praktisch ungeeignet.
Algenöl: Die erste Wahl für Veganer, Schwangere und alle ohne Fischöl-Toleranz
Für Veganer und Vegetarier ist Algenöl alternativlos — es ist die einzige pflanzliche Quelle für direkt verwertbares DHA und (je nach Produkt) EPA. Auch Schwangere und Stillende profitieren von Algenöl, da es hochreines DHA ohne Schwermetallrisiko liefert und die Gehirnentwicklung des Kindes optimal unterstützt. Wer keinen Fischgeschmack mag oder Fischöl-Kapseln schlecht verträgt, ist mit Algenöl ebenfalls gut beraten. Mehr zur Nutzung von Algenöl in der veganen Ernährung erfährst du im Artikel Omega-3 für Veganer.
Kombination möglich: Das Beste aus zwei Welten
Manche Menschen kombinieren Fischöl (für hohe EPA-Gehalte) mit Algenöl (für hochreines DHA). Diese Strategie kann sinnvoll sein, wenn du ein spezifisch hohes EPA:DHA-Verhältnis anstrebst oder ein veganes Supplement mit zusätzlichem EPA aus Fischöl ergänzen möchtest. Sprich dazu aber vorher mit einem Arzt oder einer Ernährungsberatung, besonders wenn du regelmäßig Medikamente nimmst.
Qualitätsmerkmale beim Kauf — worauf du bei allen drei Quellen achten solltest
Unabhängig davon, welche Omega-3-Quelle du wählst, gibt es einige universelle Qualitätskriterien, die bei jedem Produkt geprüft werden sollten.
Zertifizierungen und Transparenz
Hochwertige Omega-3-Supplements werden von unabhängigen Labors auf Reinheit, Schadstoffgehalt und Wirkstoffgehalt geprüft. Achte auf IFOS-Zertifizierung (International Fish Oil Standards) für Fischöl und Krillöl — diese bestätigt, dass das Produkt die Höchstwerte für Schwermetalle, Dioxine und PCBs einhält und einen niedrigen TOTOX-Wert hat. Für Algenöl gibt es entsprechende Zertifizierungen durch unabhängige Labors für Reinheit und Gehalt. Produkte, die ihre Zertifikate transparent auf der Website oder auf Anfrage bereitstellen, sind grundsätzlich vertrauenswürdiger.
Lagerung und Haltbarkeit
Omega-3-Fettsäuren sind empfindlich gegenüber Licht, Wärme und Sauerstoff. Fischöl-Kapseln sollten nach dem Öffnen im Kühlschrank gelagert werden. Flüssiges Fischöl hält sich nach dem Öffnen in der Regel 2–3 Monate im Kühlschrank. Krillöl ist durch das enthaltene Astaxanthin etwas stabiler. Algenöl ist als Triglyzerid ebenfalls oxidationsstabiler, sollte aber ebenfalls kühl und dunkel gelagert werden.
Einnahme zum Essen
Alle drei Omega-3-Quellen werden am besten zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen. Fette in der Nahrung stimulieren die Ausschüttung von Gallensäuren und Pankreaslipase, die für die Resorption von Fetten — und damit auch von Omega-3-Fettsäuren — notwendig sind. Studien zeigen, dass die Bioverfügbarkeit von Fischöl-EE im Nüchternzustand erheblich geringer ist als nach dem Essen; für TG-Form und Algenöl ist der Effekt weniger ausgeprägt, aber das Grundprinzip gilt für alle drei Quellen.
Häufige Fragen zu Krillöl, Fischöl und Algenöl
Was ist besser: Krillöl oder Fischöl?
Beide liefern EPA und DHA, unterscheiden sich aber in der Darreichungsform und im EPA/DHA-Gehalt pro Kapsel. Hochwertiges Triglyzerid-Fischöl bietet in den meisten Studien eine vergleichbare oder bessere Bioverfügbarkeit als Krillöl, ist pro mg EPA+DHA deutlich günstiger und besser erforscht. Krillöl punktet mit natürlichem Astaxanthin und ist gut verträglich. Für die meisten Menschen ist Triglyzerid-Fischöl die rationellere Wahl.
Ist Algenöl genauso wirksam wie Fischöl?
Ja — mehrere Studien belegen eine mit Fischöl vergleichbare DHA-Bioverfügbarkeit aus Algenöl. Algenöl ist die einzige vegane Quelle für direkt verwertbares EPA und DHA, ohne Schwermetallrisiko und mit hervorragender Nachhaltigkeit. Für DHA ist Algenöl in jedem Fall geeignet; für hochdosierte EPA-Aufnahme sollte auf EPA-reiche Algenöl-Produkte oder ergänzendes Fischöl zurückgegriffen werden.
Wie viel EPA und DHA stecken in Krillöl-Kapseln?
Typischerweise 90–250 mg EPA+DHA pro Kapsel — deutlich weniger als bei Fischöl-Kapseln mit 300–600 mg. Um die EFSA-Mindestempfehlung von 250 mg EPA+DHA täglich zu erreichen, sind oft 2–4 Krillöl-Kapseln nötig. Für höhere therapeutische Dosierungen ist Krillöl aufgrund des hohen Preises pro mg EPA+DHA kaum geeignet.
Welches Omega-3-Supplement ist das beste für Veganer?
Algenöl ist die einzige vegane Quelle für direkt verwertbares EPA und DHA. ALA aus Leinöl oder Chiasamen wird nur zu 5–15 % in EPA und unter 1 % in DHA umgewandelt und reicht allein nicht aus. Vegane Algenöl-Kapseln liefern 200–500 mg DHA pro Kapsel und zunehmend auch relevante EPA-Mengen — ideal für Veganer, Vegetarier und Schwangere ohne Fischeinsatz.
Was bedeutet der TOTOX-Wert bei Fischöl?
Der TOTOX-Wert (Total Oxidation Value) misst die Oxidation eines Fischöls: TOTOX = 2 × Peroxidzahl + Anisidinzahl. Ein Wert unter 26 gilt als gut, hochwertige Produkte liegen oft bei 5–15. Stark oxidiertes Fischöl (hoher TOTOX) riecht fischig-ranzig, kann weniger wirksam sein und möglicherweise entzündungsfördernd wirken. Transparente Hersteller veröffentlichen die TOTOX-Werte ihrer Chargen.
Medizinischer Hinweis
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Alle Gesundheitsaussagen basieren auf EFSA-zugelassenen Health Claims und publizierten Studien. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder vor der Einnahme hochdosierter Nahrungsergänzungsmittel solltest du einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren. Weitere Informationen zu EFSA-zugelassenen Gesundheitsaussagen für Omega-3-Fettsäuren findest du direkt auf der Website der EFSA. Für eine umfassende wissenschaftliche Studiendatenbank empfehlen wir PubMed — Omega-3-Vergleichsstudien.